Entgelttransparenzgesetz zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen

Entgelttransparenzgesetz zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen

Das Gesetz zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen (Entgelttransparenzgesetz – EntgTranspG) soll Gehälter in Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten transparenter machen. Das Entgelttransparenzgesetz  sieht hierfür einen individuellen Auskunftsanspruch vor. Arbeitgeber mit mehr als 500 Beschäftigten werden sogar eine regelmäßige Berichtspflicht zu beachten haben.

Am wurde das Gesetz zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen im Bundesgesetzblatt verkündet. Es trat am in Kraft.

Welche Ziele werden mit dem Entgelttransparenzgesetz verfolgt?

Ziel des Gesetzes ist es, das Gebot des gleichen Entgelts für Frauen und Männer bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit durchzusetzen. Bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit ist eine unmittelbare oder mittelbare Benachteiligung wegen des Geschlechts im Hinblick auf sämtliche Entgeltbestandteile und Entgeltbedingungen nunmehr verboten.

Allerdings kann es auch weiterhin sachlich gerechtfertigte Ziele geben, die unterschiedliche Vorschriften, Kriterien oder Verfahren angemessen und erforderlich machen. Insbesondere arbeitsmarkt-, leistungs- und arbeitsergebnisbezogene Kriterien können also ein unterschiedliches Entgelt rechtfertigen, sofern der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit hierbei beachtet wurde.

Kann die Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern gewährleistet werden?

Arbeitgeber, Tarifvertragsparteien und die betrieblichen Interessenvertretungen sind aufgefordert, im Rahmen ihrer Aufgaben und Handlungsmöglichkeiten an der Verwirklichung der Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern mitzuwirken. Insbesondere Arbeitgeber sind verpflichtet, erforderlichen Maßnahmen zu treffen, um die Beschäftigten vor Benachteiligungen wegen des Geschlechts in Bezug auf das Entgelt zu schützen. Dieser Schutz umfasst auch vorbeugende Maßnahmen.

Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit ab 2018

Tarifgebundene und bestimmte tarifanwendende Arbeitgeber mit in der Regel mehr als 500 Beschäftigten, die zur Erstellung eines Lageberichts nach §§ 264 und 289 HGB verpflichtet sind, haben darüber hinaus alle fünf Jahre einen Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit zu erstellen. Alle anderen Arbeitgeber haben diesen Bericht alle drei Jahre zu erstellen.

Der Bericht ist dem Lagebericht beizufügen und im Bundesanzeiger zu veröffentlichen. Damit unterliegt der Bericht nicht der Prüfung im Rahmen der Jahresabschlussprüfung. Er ist erstmals für das Jahr 2018 zu erstellen.

Beraterhinweis: Die Attraktivität eines Arbeitgebers wird nicht zuletzt durch angenehme Arbeitsbedingungen und ein gerechtes Lohn- und Gehaltsgefüge bestimmt. Die Förderung der persönlichen Qualifizierung des einzelnen zum Wohle des Unternehmens, aber auch und vor allem eine transparente, ausgewogene und gerechte Honorierung der individuellen Leistungen gehören zu einer modernen Personalstrategie. Das neue Entgelttransparenzgesetz gibt nun Anlass, die eigene Organisationsstruktur zu hinterfragen, Stellenbeschreibungen zu objektivieren und Arbeitsverträge auf den Prüfstein zu legen.

Quelle: WPK online, Nachricht vom 13.07.2017