Digital Summit 2017

Am 17.10.2017 luden IDW und BDI zum Digital Summit 2017 nach Düsseldorf um die Auswirkungen der digitalen Transformation auf die Wirtschaft einerseits und die Finanzberichterstattung und Unternehmensbewertung andererseits zu diskutieren. Nach einleitenden Worten von Herrn Dr. Dieter Kempf (seit 2017 BDI, vormals Bitkom und DATEV) hatten die folgenden Vorträge viel Potential, die Zuhörer aufmerken zu lassen.

Auswirkungen der digitalen Transformation

Druckfrisch lag das aktuelle Positionspapier IDW Trendwatch Digitalisierung vom 17.10.2017 zur Mitnahme bereit, in dem zu den Auswirkungen der digitalen Transformation auf Finanzberichterstattung und Unternehmensbewertung hingewiesen wird. Das Papier ist nicht zuletzt deshalb lesenswert, weil es die Erkenntnis der vielen Studien, Berichte, Artikel und Diskussionen der letzten Monate gut zusammenfaßt und einmal mehr darauf hinweist, wie gefährlich es auch für die zum Teil von Erfolg verwöhnte mittelständische Wirtschaft ist, den Trend der Digitalisierung zu verschlafen.

Vorträge und Erfahrungsberichte zur Digitalisierung

In sieben, zum Teil parallel stattfindenden Vorträgen informierten die Redner über den Einfluss des technischen Fortschritts auf mögliche Digitalisierungsstrategien und berichteten über Ihre Erfahrungen mit der Implementierung von Tax Compliance Management Systemen in über Jahrzehnten gewachsenen, globalen Strukturen oder über die Veränderung von Geschäftsmodellen im etablierten Fachhandel und den Auswirkungen auf ein verändertes Datenmanagement.

Einfluss des technischen Fortschritts auf die Digitalisierung

Der Einfluss künstlicher Intelligenz, der Trend zum CloudComputing, die Möglichkeiten der Blockchain-Technologie in Finanzanwendungen wurde aufgezeigt. Datenschutz, Datensicherheit und der Schutz vor Cyber-Kriminalität waren Gegenstand weiterer Vortrage. Ebenso wurde auf die Notwendigkeit zur Veränderung der Geschäftsmodelle für Bank und Finanzdienstleister wie für die wirtschaftsprüfenden und steuerberatenden Berufe eingegangen.  Der Ruf der Wirtschaft nach Modernisierung der nicht mehr zeitgemäßen Prüfungsregularien wurde deutlich formuliert und an Gesetzgebung und Verbände und Berufsvertreter gerichtet.

Wie viel Zeit verbleibt den Unternehmen zur Transformation?

Die Frage aller Fragen schwebte über den Köpfen: Wenn es nach Dr. Haas (Scopevisio AG) ginge, wäre die Technik heute schon soweit, sämtliche (wohl nicht nur kaufmännische) Anforderungen zu erfüllen, um datenbasierte Entscheidungen vorzubereiten (und dank künstlicher Intelligenz auch zu treffen ….). Nach Dr. Kempf (BDI) ist die deutsche Wirtschaft jetzt schon (gut) gerüstet, um auch in Zukunft mittels Digitalisierung und Prozessoptimierung Vorreiter für Qualiät und Prozessoptimum in einer gesamtheitlichen Wertschöpfungskette zu sein und Dr. Mayr (DATEV) glaubt, die Datev und damit die Steuerberater würden bereits jetzt und in Zukunft gut aufgestellt sein …  .

Hohe IT-Affinität und „Mehrwert“-Beratung-on-Demand

Die Vertreter der Wirtschaft wünschen sich in jedem Fall Unterstützung durch geeignete Mitarbeiter mit IT-Verständnis, die Abschaffung überbordender und z.T. veralteter Regularien und suchen hoch spezialisierte, IT-affine Berater, die ihnen durch wirkliche „MehrWert“-Beratung helfen, Compliance-Regularien einzurichten, Prozesse zu verschlanken und zukunftsgerichtete Digitalisierungsstrategien umzusetzen. Dreh- und Angelpunkt sind dabei ein einheitlicher Datenstandard, der die Auslesbarkeit von Daten aus verschiedenen ERP-Systemen ermöglicht, was wiederum erst die Basis für wirkliche Digitalisierungsstrategien bildet.

Ausblick des Digital Summit 2017

Es wird wohl noch eher 3 bis 5 Jahre dauern bis tatsächlich keine Papierbelege mehr zwischen den Unternehmen hin- und herversandt werden. Aber bis die Unternehmen tatsächlich Ihre Prozesse auch untereinander soweit abgestimmt haben, dass sämtliche Redundanzen abgeschafft und der Wertschöpfungsprozess zwischen den Unternehmen vollständig schlank und dank vereinheitlichter Schnittstellen standardisiert und effizient läuft, wird noch viel Einsatz, Kreativität und Mut bei allen Beteiligten aufzubringen sein.